Chapter 25 · Track Mock2-H2
Mock 2 listening, part 2
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Moderator (adult male): Guten Morgen und willkommen bei „Mittendrin". Mein Gast ist heute Sabine Kaufmann. Frau Kaufmann arbeitet als Kinderkrankenschwester und studiert nebenbei. Guten Morgen, Frau Kaufmann.
Frau Kaufmann (adult female): Guten Morgen.
Moderator: Sie arbeiten in einer Klinik und schreiben gerade an Ihrer Abschlussarbeit. Wie viele Stunden hat Ihr Tag?
Frau Kaufmann: Vierundzwanzig, wie bei allen anderen auch. Im Ernst: Ich arbeite seit drei Jahren nur noch an vier Tagen in der Woche. Den fünften Tag habe ich für die Uni frei. Ohne diesen Tag hätte ich längst aufgehört.
Moderator: Vier Tage arbeiten, ein Tag studieren — und das Wochenende?
Frau Kaufmann: Das Wochenende gehört meiner Familie. Das war meine Bedingung, als ich mit dem Studium angefangen habe. Ich lerne lieber morgens um halb sechs als am Sonntagnachmittag.
Moderator: Um halb sechs?
Frau Kaufmann: Ja, zwei Stunden vor dem Frühstück. Da ist das Haus ruhig, das Telefon ist still, und ich schaffe mehr als abends in vier Stunden. Abends bin ich einfach zu müde. Das musste ich erst lernen.
Moderator: Viele Hörerinnen und Hörer denken jetzt: Das klingt anstrengend. Warum tun Sie sich das an?
Frau Kaufmann: Weil ich später in der Ausbildung von jungen Pflegekräften arbeiten möchte. Dafür brauche ich den Abschluss. Es geht mir nicht um mehr Geld — mein Gehalt bleibt am Anfang gleich.
Moderator: Wie hat Ihr Arbeitgeber reagiert?
Frau Kaufmann: Besser, als ich gedacht habe. Ich hatte großen Respekt vor dem Gespräch. Aber meine Chefin hat sofort Ja gesagt, weil die Klinik selbst Leute für die Ausbildung sucht. Schwieriger war es mit den Kolleginnen. Am Anfang haben einige gedacht, dass sie nun meine schlechten Dienste übernehmen müssen.
Moderator: Und, mussten sie?
Frau Kaufmann: Nein. Wir haben den Plan zusammen neu gemacht. Heute wechseln wir uns bei den Wochenenden ab, und alle finden das fairer als früher.
Moderator: Was raten Sie jemandem, der neben dem Beruf studieren will?
Frau Kaufmann: Drei Dinge. Erstens: Reden Sie früh mit Ihrem Arbeitgeber, nicht erst nach der Anmeldung. Zweitens: Suchen Sie sich zwei oder drei Leute aus dem Kurs. Allein hält das niemand durch. Und drittens: Planen Sie eine Pause ein. Ich mache jedes Jahr im August vier Wochen gar nichts.
Moderator: Und wann sind Sie fertig?
Frau Kaufmann: In elf Monaten, wenn alles gut geht. Danach möchte ich erst einmal ein halbes Jahr lang nur arbeiten. Und schlafen.
Moderator: Frau Kaufmann, vielen Dank für das Gespräch.